Secret Infos about Clubs in Berlin – # 1: Quasimodo

 

Auch das regelmäßige Anmieten von Musikgruppen zählte bei der reichen Oberschicht zu den Selbstverständlichkeiten…

Berlin, 20.11.12

Heute will ich endlich etwas tun, was ich schon ganz lange machen wollte. Aber immer wieder zurückgestellt habe, weil es möglicherweise mit Nachteilen für meine FreundInnen verbunden gewesen wäre. Zuletzt hatte ich es Lily Huang zuliebe unterlassen, diesen Blog aufzumachen – sie hatte mich ganz inständig darum gebeten, „einem gewissen Herrn S. vom Quasimodo nicht den Krieg zu erklären“, wie sie meinte.

Heute ist es mir aber inzwischen völlig egal, wie sehr Musiker oder deren Manager sich selbst verleugnen und erniedrigen oder den Club-Chefs gegenüber katzbuckeln, wenn sie versuchen, in Berliner Clubs Auftritte für sich selbst oder ihre Gruppen zu akquirieren.

Mich interessiert nur noch, wie die einzelnen Clubs – resp. deren Betreiber – sich selbst verstehen und unter welchen Bedingungen sie im Einzelnen wirtschaften können oder müssen und inwieweit sie dabei die kulturelle Vielfalt in Berlin sogar unterdrücken oder eben: fördern. Also z.B. im Unterschied zu einer jeden Eckkneipe, bei der sich das gesamte Kulturangebot auf die Großbildglotze reduziert.

Vor diesem Hintergrund soll es in diesem Blog zunächst um das Quasimodo und den Nachfolger von dessen langjährigem Chef Giorgio Carioti, Herrn Klaus Spiesberger gehen.

Im Besonderen soll es um die Methoden des Klaus Spiesberger gehen, die er anwendet, um sich ihm missliebige Musiker oder überhaupt irgendwelche Bewerber, die sich bloß um einen Job im Quasimodo bewerben, vom Halse zu schaffen.

Ich selbst kenne Herrn Spiesberger seit ca. 35 Jahren (er hat im FLÖZ erste Erfahrungen in einem Veranstaltungsbetrieb gesammelt, mehr sage ich erst mal nicht…) und halte ihn für ein riesiges Arschloch und gewaltigen Blender und Bauernfänger. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung und soll auch nichts weiter bedeuten. Außerdem bin ich mir sicher, dass Klaus ähnlich abwertend über mich denkt, so dass unser „Verhältnis“ ganz bestimmt auf Gegenseitigkeit beruht.

Schlimm ist aber, dass obwohl das Quasimodo seit seiner Eröffnung 1970 größte Vorteile nutzen kann, die eben nicht allgemein bekannt sind und die auch gegen alle Regeln einer Marktgerechtigkeit verstoßen usw., zu allen Zeiten von Giorgio Carioti, und nachfolgend heute noch von Klaus Spiesberger abgegriffen und ausgenutzt werden, um in der Öffentlichkeit DEN Jazz- und Musikclub der Stadt zu präsentieren, der eben über das Gejammere aller anderen hinaus DAS Programm bietet, wovon andere Clubs nur träumen können und worum ihn viele bewundern.

Will sagen: Alle Q.-Chefs versuch(t)en per Carioti-Dekret das Quasimodo so zu verkaufen, als wäre es nur ihren gewaltigen Fähigkeiten als Manager und Veranstalter zu verdanken, dass teilweise ein solch herausragendes Programm dort finanziert und angeboten werden kann.

Der tatsächliche Grund ist aber: Das Quasimodo hat seit seinem über 50-jährigen Bestehen einen derart günstigen Mietvertrag mit dem Land Berlin abschließen können, dass Giorgio Carioti für den Keller damals nur etwa höchstens 400 DM – und seit paar 15  Jahren auch noch für das Quasimodo-Café – Spiesberger heute zusammen genommen kaum mehr als 1.000 Euro an Gesamtmiete zahlen muss.

Nur zum Vergleich: Das FLÖZ hat 1976 eröffnet und erst 2.000 DM (!) Miete zu zahlen gehabt. Danach bis 1990 wurde die Miete auf 4.500 DM erhöht. 2004, als ich Insolvenz anmelden musste, betrug die Miete knapp 3.000 Euro. Das FLÖZ war etwa ein Viertel so groß wie der Quasimodo-Keller. Rechnet man den Vorteil oder die indirekte Subvention gemessen an dem Marktpreis der jeweiligen Gewerbemieten hoch, so hat das Quasimodo seit seinem Bestehen mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag an indirekten Subventionen empfangen, kassiert, eingespart und bleibend nutzen können. Ein unglaublicher Marktvorteil!

Da sehen heute selbst die NachWendeClubs aus Ost-Berlin reichlich blass aus.

Diese Tatsache wird von Klaus Spiesberger natürlich tunlichst verschwiegen, geschreddert und geleugnet. Im Gegenteil: Spiesberger stellt es weiter als enorme Leistung heraus, dass das Quasimodo als einziger Club unter „Marktbedingungen“ und ohne jede Subventionierung DAS Jazz Programm der Stadt präsentiert usw.usw…. ja, nee, is klar…

Allerdings muss das Quasimodo bis heute den Berliner Jazzmusikern einen ständigen Platz einräumen usw. – den genauen Wortlaut des Senatsvertrages kenne ich nicht – und der wird natürlich auch von Spiesberger ebenso geheim gehalten. Insofern lässt sich darüber leider nur spekulieren. Jedenfalls wurde das damals immer von Senatsseite aus betont, dass das Quasimodo als Gegenleistung zu diesem günstigen Mietvertrag gezwungen sei, den Berliner Jazz- und Blues-Musikern blabla….

Dieser Blog soll nun mit dazu beitragen, Transparenz zu erzeugen. Nicht nur über das Quasimodo sondern über alle Clubs und Veranstalter in der Stadt.

Also her mit euren Kenntnissen und Informationen – auch über andere Clubs der Stadt. Z.B. das Yorckschlößchen…

Aber zunächst: Wie sieht der Quasimodo-Vertrag tatsächlich aus und was steht drin?

Das dumpfbackige Geprahle von Herrn Spiesberger geht mir nämlich schon seitdem ich ihn kenne auf die Nerven!

Franz de Bÿl

Achso: In diesem Zusammenhang werden selbstverständlich auch anonyme Kommentare „abgedruckt“.

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