Offener Brief an die ARD, den RBB, NDR, MDR & Klaus Wowereit

*Zu diesem Brief gibt es einen Nachtrag: Hier klicken!*

Berlin, 30.07.12
Offener Brief an:

Monika Piel, Intendantin des WDR, gegenwärtig Vorsitzende der ARD
Dagmar Reim, Intendantin des RBB
Lutz Marmor, Intendant des NDR
Rebecca Harms, Mitglied des Rundfunkrates des NDR
Prof. Dr. Karola Wille, Intendantin des MDR
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin & Kultursenator
Peter Radszuhn, Musikchef Radio Eins
Bundespräsident Joachim Gauck

1. Weiterleitung an:

Job Center CW von Berlin
Ulf Drechsel, Jazzredaktion Radio Eins
Laf Überland, Redakteur Info Radio
RA Christian Nissen
Roderich Fabian, Musikredakteur im BR
Martin Buchholz, Kabarettist

 

_______________________________________

Berlin, 30.07.12

Sehr geehrte Frau Monika Piel, sehr geehrte Frau Dagmar Reim, sehr geehrter Herr Lutz Marmor, sehr geehrte Frau Rebecca Harms, sehr geehrte Frau Karola Wille, sehr geehrter Herr Klaus Wowereit, sehr geehrter Herr Peter Radszuhn, sehr geehrter Herr Joachim Gauck,

ich wende mich in Form eines Offenen Briefes an Sie, um Ihnen Kenntnis von einem bislang wohl so einmaligen wie unerhörten Vorgang zu geben. Es handelt sich darum, dass der RBB in Gemeinschaft mit dem NDR, dem MDR so wie der RBB media GmbH mich verklagt hat

„Dem Beklagten wird es bei Meidung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000 Euro, ersatzweise für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft, oder Ordnungshaft bis zu 6 Monaten, verboten, folgende Mitschnitte der Sendung >Jazz-Bühne extra, 14.06.1986<“ Franz de Byl“
 
– Einige Spanische Tönchen,
– As If We Knew Us For Years
– God Bless Me,
– Gospel Train,
– Let Us Dope The Pope

zu vervielfältigen und öffentlich zugänglich zu machen.“

Damit Sie sich eine ungefähre Vorstellung machen können, um wen es sich bei meiner Person handelt, will ich kurz über mich wie folgt berichten:
Ich bin am 8. Mai 1950 in Bottrop geboren und gleich nach meinem Abitur noch vor meinem 18. Geburtstag nach West-Berlin gefahren und dort bis heute auch geblieben. Hier habe ich zunächst ein paar Semester Toningenieur studiert und mich mit kleinen und größeren Auftritten als Gitarrist und Sänger finanziert. 1976 eröffnete ich den JazzClub FLÖZ in Berlin-Wilmerdorf, den ich bis zum Jahre 2004 als Alleinunternehmer geführt hatte, aber schließlich als insolvent melden musste. Seither bemühe ich mich, wieder auf die Beine zu kommen, habe eine kleine private Musikschule in Charlottenburg aufgebaut und trete in verschiedenen Musikformationen und inzwischen auch wieder Solo auf.
Dabei beziehe ich dankenswerte Hilfe vom Job Center Berlin CW als so genannter Aufstocker und selbstständiger Musiker & Musiklehrer.

Im Zusammenhang mit meinen Bemühungen, meine Musikschule bekannt zu machen und mich selbst überhaupt wieder ins Gespräch zu bringen, habe ich meine früheren Auftritte nach Fotos, Pressekritiken sowie etwa noch vorhandenen Bild- und Tonaufzeichnungen durchsucht. Unter dem recherchierten Material fand ich u.a. auch zwei Fernsehaufzeichnungen, bei deren späterer Beschaffung mir Herr Ulf Drechsel, Jazzredakteur von Radio Eins, dahingehend behilflich war, dass er mir die Bezugsquellen benennen konnte.
Es handelte sich einmal um die SFB-Produktion aus dem Jahre 1980:

Vince Weber & Franz de Byl
Live im Scheibenwischer-Studio des SFB 1980
(Dieter Hildebrandt hatte damals immer eine kleine Band vor seiner Sendung eingeladen, die das Publikum „aufwärmen“ sollte).

Und danach um die oben bezeichnete Produktion des Rundfunks der DDR aus dem Jahre 1985.
Ich hatte 1985 eine vielbeachtete LP bei Moers Music herausgebracht, auf der ich weltweit erstmalig Kompositionen und Improvisationen auf der Gitarre im Wege komplizierter, analog-elektronischer Kanons einspielte.
Dieses Programm brachte mich vom „New Jazz Festival Moers“ über das „Arsenals Festival Riga, Tallin, Kaunas und Vilnius“, „Solo, Duo, Trio“- Festival in Krakow, nach Rio de Janeiro und Sao Paulo (Goethe Institut) und 1985 schließlich auch in den Friedrichstadtpalast in der „Hauptstadt der DDR“. Die letzte Einladung erfolgte von Herrn Karl-Heinz Drechsel, heute Bundesverdienstkreuzträger, im Osten damals bekannt als der „Jazz Papst der DDR“, Vater des Herrn Ulf Drechsel.

jazzbuehneddr
Aus dem damaligen Programmheft

Ich habe also die bezeichneten Fernsehaufzeichnungen bei den beiden Archiven des RBB (vormals SFB) und RBB (vormals Rundfunk der DDR) angefragt und tatsächlich auch jeweils eine Digital-Kopie bekommen. Diese habe ich zu keinem Zeitpunkt kopiert, vervielfältigt, geschweige denn verkauft, sondern lediglich und auf ausdrückliches Geheiß des Job Centers CW von Berlin zu reinen Informations- und Werbezwecken bei You Tube neben anderen Video-Produktionen von mir eingestellt, damit ich schneller wieder ins Geschäft kommen, und nicht mehr dem Job Center auflasten möge.

Dann bekam ich Post von YouTube, die mir mitteilten, dass sich ein „Rechteinhaber“ bei ihnen gemeldet habe, der YouTube aufgefordert hätte, die oben bezeichneten Titel aus ihrer Internet-Präsenz zu entfernen, weshalb die Titel auch entfernt worden seien. Ich habe YouTube daraufhin angeschrieben und im Gegenzug mitgeteilt, dass alle Texte und Kompositionen von mir sind und ich auch als Solist alleiniger Interpret in diesem Video sei. Andere Rechte würde ich hier nicht erkennen können, da die Veröffentlichung nicht auf die Erzielung von Gewinnen gerichtet ist und lediglich historischen und informationellen Wert habe. Daraufhin hat YouTube alle Titel wieder eingestellt.

Danach erhielt ich die zitierte Klage des RBB in Gemeinschaft mit den oben zitierten sonstigen Gesellschaften.
Aber eben NUR wegen dieser DDR-Produktion! Der selbe RBB hat wegen der anderen genannten Produktion zu keiner Zeit auch nur irgendeine Beschwerde o.Ä. angemeldet, obwohl die Klicks hier deutlich höher lagen, weil die Musik einfach populärer ist (Boogie Woogie)!
Ich gebe Ihnen nachfolgend einige Links über den Klageverlauf bis zum Urteil des Landgerichts Berlin vom 12.06.12 und bitte Sie, diesen Rechtsstreit einmal nachvollziehen zu wollen :

Mein RA Christian Nissen und ich sind ratlos, welche Gründe die Kläger bewogen haben müssen, eine derart gewaltige Klage gegen einen kaum wahrnehmbaren Künstler loszutreten. Sind es politische, oder gar klerikale Gründe? Wir wissen es nicht und von Herrn RA Haupt und seiner Mandantschaft kam bislang auch nicht die leiseste Andeutung über deren genaue Motive für diesen Kanoneneinsatz gegen einen winzigen Spatzen. Insofern bleibt auch unklar, welcher Schaden denn nun dem RBB entstanden sein soll oder entstehen könnte oder würde.

Sehr geehrte Frau Monika Piel, sehr geehrte Frau Dagmar Reim, sehr geehrter Herr Lutz Marmor, sehr geehrte Frau Rebecca Harms, sehr geehrte Frau Karola Wille, sehr geehrter Herr Klaus Wowereit, sehr geehrter Herr Peter Radszuhn, sehr geehrter Herr Joachim Gauck,

Ich erhoffe mir und erwarte nun von Ihnen, dass Sie sich öffentlich von dieser Klage distanzieren können und entweder mich und meinen Rechtsanwalt bei der nun gebotenen Berufungsklage unterstützen werden oder alle für mich mit dem obigen Urteil verbundenen Nachteile durch entsprechende, Ihnen gegebene Interventionsmöglichkeiten aufheben und für wirkungslos erklären können.

Für die entstehenden Bemühungen bedankt sich

Franz de Bÿl
Musiker & Musiklehrer
Goethestr.  16A
10625 Berlin
+49-30-8611000
http://www.franz-de-byl.com

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